Wie macht man BDSM sicher(er)?

In der BDSM-Szene gibt es einen populären moralischen Code: das Ausleben von Sexualität sollte Safe, Sane und Consensual (kurz SSC) sein. Übersetzt bedeutet dies:

Safe = “Sicher”. Das bedeutet, dass man sich Risiken bewusst ist und verantwortungsvoll mit diesen umgeht, um die eigene Sicherheit oder die des Gegenübers nicht zu gefährden.

Sane = “Vernünftig und bei klarem Verstand”. Das heißt, dass man seine Handlungen und deren Konsequenzen bewusst einschätzen und beurteilen kann. Die Risikoeinschätzung und Einwilligungs- fähigkeit der Beteiligten sollte nicht verringert sein (beispielsweise durch Drogenkonsum).

Consensual = “Einvernehmlich”. Einvernehmlichkeit kann durch gemeinsames Aushandeln der Sexualität und eine gute Kommunikation sichergestellt werden.

Aber wie sicher ist sicher? Ein gutes Beispiel dafür ist die Gefahr, sich beim Geschlechtsverkehr mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Jede sexuelle Interaktion bedeutet ein gewisses Risiko. Zwar bietet vollständiger Verzicht auf sexuelle Interaktionen die höchste Sicherheit, es möchte aber nicht jeder lebenslang sexuell enthaltsam bleiben. Durch Informationen (wie diese) kann man die Risiken verschiedener Praktiken in Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten einschätzen. Verhütungsmittel und eine angemessene Hygiene minimieren die Risiken. Welche Risiken man eingeht, entscheiden die Beteiligten.

Dieses Beispiel lässt sich auf BDSM-Praktiken übertragen: Vorwissen, Vorsichtsmaßnahmen und eine realistische Risikoeinschätzung ermöglichen es, verantwortungsvoll miteinander umzugehen. Manche BDSMer*innen bevorzugen den Moralcode „RACK“ (Risk aware consensual Kink = Risikobewusster, einvernehmlicher Kink), weil dieser den bewussten Umgang mit Risiken einer vermeintlichen Sicherheit gegenüber hervorhebt.

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